Projektmanagement-Leitfaden â alle 44 Seiten im Ăberblick
Dieser Leitfaden ist fĂŒr die Projektleitung im deutschen Mittelstand geschrieben â fĂŒr die Ingenieurin, die im Anlagenbau eine Inbetriebnahme koordiniert, fĂŒr den Werksleiter, der neben dem TagesgeschĂ€ft eine Maschinenbaulinie umbaut, und fĂŒr alle, die in einem Familienunternehmen eine ERP-EinfĂŒhrung durch die Fachbereiche tragen sollen. Er ist keine Ăbersetzung eines internationalen Lehrbuchs, und das ist der Punkt: Was ein Vorhaben in Deutschland trĂ€gt oder zum Kippen bringt, steht im deutschen Vertragsrecht, in der Abnahme, in der Beteiligung des Betriebsrats und in einem Feiertagsrecht, das von Bundesland zu Bundesland ein anderes ist â in ĂŒbersetzten BĂŒchern kommt davon nichts vor. Vierundvierzig Seiten liegen in zehn Kapiteln, und jede einzelne ist so geschrieben, dass sie auch allein funktioniert, wenn Sie ĂŒber eine Suchmaschine mitten hineinkommen. Jeder Fachbegriff ist auf jeder Seite mit dem Glossar verbunden, sodass Sie nirgends von vorn anfangen mĂŒssen. Diese Ăbersicht sagt Ihnen, was auf jeder der vierundvierzig Seiten steht â damit Sie die drei finden, die Sie heute brauchen.
Der Aufbau in drei Stufen
Die zehn Kapitel sind nicht gleichrangig. Sie liegen in drei Stufen, und die Stufen unterscheiden sich darin, wann sie nĂŒtzen. Die erste Stufe klĂ€rt, womit Sie es zu tun haben â sie ist kurz und lohnt sich vor allem, wenn Sie zum ersten Mal ein Vorhaben ĂŒbernehmen. Die zweite Stufe folgt dem Weg eines Projekts vom ersten GesprĂ€ch bis zum Ablauf der GewĂ€hrleistungsfrist und ist der Kern des Leitfadens; hier liegen dreiundzwanzig der vierundvierzig Seiten. Die dritte Stufe prĂŒft das Ganze an zwei durchgespielten Vorhaben und blickt ĂŒber das laufende Projekt hinaus. Die folgende Abbildung zeigt die drei Stufen nebeneinander, mit den Kapiteln in jeder Stufe und der Zeile, die am wichtigsten ist: was Sie aus dieser Stufe mitnehmen.
Drei Lesewege
Die Kapitelreihenfolge ist eine gute Reihenfolge â aber nur, wenn Sie Zeit haben. Die folgenden drei Wege sind an einer Lage ausgerichtet statt an der Systematik. Jeder besteht aus vier oder fĂŒnf Seiten und lĂ€sst sich an einem Nachmittag lesen.
«Ich ĂŒbernehme zum ersten Mal ein Projekt»
1.1 Was ein Projekt ist â 2.0 Der Projektlebenszyklus â 3.1 Umfang definieren â 3.2 Zeitplan erstellen â 9.1 Fragen von Einsteigern
Erst die Vertragsform, denn sie legt fest, ob Sie einen Erfolg oder eine TĂ€tigkeit schulden; dann die Zeitachse, damit Sie wissen, wo Ihr Vorhaben anfĂ€ngt und wo es vertraglich wirklich endet. Danach die beiden Handgriffe, mit denen Sie in der ersten Woche etwas Vorzeigbares produzieren â die zwei Umfangslisten und ein Terminplan, der zeigt, welche Verzögerung zĂ€hlt. Am Ende die acht Fragen, die Sie sich sonst nicht laut stellen wĂŒrden.
«Mein Projekt lÀuft und wackelt»
6.1 LiefergegenstĂ€nde ĂŒberwachen â 6.2 Probleme und Ănderungen â 4.2 Beteiligte steuern â 9.2 Praktische Tipps
Wenn ein Projekt wackelt, ist die erste Frage nicht «wer ist schuld», sondern «welche Zahl stimmt eigentlich» â deshalb steht das ZĂ€hlen abgenommener Ergebnisse ganz vorn. Danach kommt der Umgang mit dem, was dabei sichtbar wird, einschlieĂlich der Grenze, ab der ein Problem zur Vertragsfrage wird. Erst dann lohnt der Blick auf die Beteiligten, die anhalten können â und zuletzt der Wochentakt, der verhindert, dass es wieder so weit kommt.
«Es geht auf die Abnahme zu»
7.0 Projektabschluss â 7.1 Ăbergabe der LiefergegenstĂ€nde â 7.2 RĂŒckblick und Bewertung â 10.1 Weiterlernen
Diese Reihenfolge folgt der Uhr. Zuerst die Ăbersicht darĂŒber, was zwischen «die Anlage lĂ€uft» und «der Vertrag ist zu Ende» noch alles liegt; dann die fĂŒnf Stationen der Ăbergabe mit den Fristen und dem, was im Protokoll stehen muss. Der RĂŒckblick folgt unmittelbar, weil er seinen Wert verliert, sobald die Leute verteilt sind. Zum Schluss die Quelle, die Ihr Risiko am genauesten trifft und schon auf Ihrem Schreibtisch liegt: Ihr eigener Vertrag.
Das vollstÀndige Inhaltsverzeichnis
Zweiundvierzig Kapitelseiten, dazu das Glossar und diese Ăbersicht. Zu jeder Seite steht hier in einem Satz, was tatsĂ€chlich darauf zu finden ist â nicht die Wiederholung des Titels, sondern die Aussage, um derentwillen die Seite geschrieben wurde.
Stufe 1 â Grundlagen (Kapitel 1 und 2)
Diese Stufe beantwortet eine Frage, bevor irgendetwas geplant wird: Was genau liegt da vor Ihnen, und von wann bis wann reicht es wirklich? Wer sie ĂŒberspringt, plant spĂ€ter eine Arbeit, deren Grenzen niemand kennt, oder feiert ein Ende, das vertraglich noch Jahre entfernt ist. Neun Seiten â die kĂŒrzeste Stufe des Leitfadens.
Kapitel 1 â Was ist Projektmanagement
Dieses Kapitel steht am Anfang, weil die erste Entscheidung eines Vorhabens nicht «wie plane ich» heiĂt, sondern «womit habe ich es zu tun». Projekt oder TagesgeschĂ€ft, Werkvertrag oder Dienstvertrag â die Antwort auf diese beiden Fragen legt fest, welche Werkzeuge spĂ€ter ĂŒberhaupt greifen und wer am Ende haftet. Vier Seiten, die kĂŒrzesten des Leitfadens.
- 1.0 Was ist Projektmanagement â Bevor Sie planen, steuern oder berichten können, mĂŒssen Sie wissen, was fĂŒr ein Gegenstand vor Ihnen liegt â und in Deutschland steht die Antwort im Vertrag, der meistens schon unterschrieben war, bevor ĂŒberhaupt jemand zur Projektleitung benannt wurde.
- 1.1 Was ein Projekt ist â Vier Merkmale machen ein Vorhaben zum Projekt; wie Sie es fĂŒhren mĂŒssen, entscheidet dagegen die Vertragsform, denn an ihr hĂ€ngen Umfang, Abnahme, Zahlung und Haftung.
- 1.2 Warum Projektmanagement sich lohnt â Vier konkrete Stellen, an denen ungesteuerte Vorhaben in Deutschland verlĂ€sslich Geld verlieren â jede mit der Norm, an der sie hĂ€ngt, und ausdrĂŒcklich ohne den Umweg ĂŒber eine Erfolgsquote.
- 1.3 Projekt oder TagesgeschĂ€ft â Die Einordnung klingt nach einer Frage der Bezeichnung, entscheidet aber drei handfeste Dinge: woher die KapazitĂ€t kommt, ob es eine Abnahme gibt und wer haftet, wenn etwas schiefgeht.
Kapitel 2 â Der Projektlebenszyklus
Hier wird der zeitliche Rahmen gespannt, und zwar an den beiden Enden, die in den meisten PlĂ€nen fehlen: der Zeit vor der Beauftragung und der Zeit nach der Abnahme. Der Leitgedanke des Kapitels ist, dass eine Phase nicht endet, wenn die eingeplante Zeit abgelaufen ist, sondern wenn ein bestimmtes Papier unterschrieben vorliegt. FĂŒnf Seiten.
- 2.0 Der Projektlebenszyklus â Warum eine Phase an einem unterschriebenen Dokument endet und nicht an einem Kalenderdatum â und warum Ihr Team und Ihr Vertrag fast nie dasselbe Projekt meinen.
- 2.1 Initialisierungsphase â Vier StrĂ€nge laufen hier parallel; drei davon lassen sich terminieren, der vierte â die Beteiligung des Betriebsrats â hat kein planbares Ende und bestimmt deshalb den Go-live-Termin mit.
- 2.2 Planungsphase â Lastenheft und Pflichtenheft, zwei Papiere mit zwei verschiedenen Absendern, dazu der Basisplan als Bezugspunkt â und ein Kalender, der Feiertage und UrlaubsansprĂŒche kennt, bevor er Termine verspricht.
- 2.3 DurchfĂŒhrungsphase â Wenn jemand mitten im Bau um eine Kleinigkeit bittet, entscheiden zwei Fragen die Rechtslage: ob die VOB/B ĂŒberhaupt vereinbart ist, und ob die verlangte Leistung im Vertrag steht oder gar nicht.
- 2.4 Abschlussphase â Die Abnahme als Schalter: FĂ€lligkeit, GefahrĂŒbergang, VerjĂ€hrungsbeginn und der Verlust bekannter MĂ€ngelrechte â vier Rechtsfolgen in vier verschiedenen Paragrafen, dazu eine fĂŒnfte, die fast ĂŒberall falsch zugeordnet wird.
Stufe 2 â Vom Start bis zum Vertragsende (Kapitel 3 bis 7)
Hier liegt der Kern: planen, besetzen, mit Werkzeugen arbeiten, verfolgen und sauber abschlieĂen. Die fĂŒnf Kapitel folgen dem Weg eines echten Vorhabens und geben Ihnen in dieser Reihenfolge eine SchĂ€tzung, die hĂ€lt, eine gezeichnete Freigabekette, eine Verfolgung nach StĂŒck statt nach Prozent und ein Ende, das der Vertrag auch als Ende anerkennt. Dreiundzwanzig Seiten.
Kapitel 3 â Grundlagen der Projektplanung
Der Zweck eines Plans ist nicht die Vorhersage, sondern die Vergleichbarkeit: Erst er macht eine spĂ€tere Abweichung als Abweichung sichtbar â ohne ihn ist sie einfach die neue Wirklichkeit. Dieses Kapitel geht die vier Bausteine der Planung durch und nennt fĂŒr jeden das eine Ergebnis, das Sie danach vorzeigen können mĂŒssen. FĂŒnf Seiten.
- 3.0 Grundlagen der Projektplanung â Warum Planung keine Vorhersage ist, sondern der Bezugspunkt, an dem eine Abweichung ĂŒberhaupt erst auffĂ€llt â und welches vorzeigbare Ergebnis jeder der vier Bausteine liefern muss.
- 3.1 Umfang definieren â Ein Leistungsumfang besteht aus zwei Listen; die zweite â was ausdrĂŒcklich nicht dazugehört â schreibt fast niemand, und sie kostet spĂ€ter genau so viel wie die erste, gezeigt an drei Graubereichen.
- 3.2 Zeitplan erstellen â Der kritische Pfad ist keine Rangliste der Wichtigkeit, sondern die Menge der VorgĂ€nge, bei denen ein Tag Verzug ein Tag Verzug ist â dazu zwei deutsche Besonderheiten, die jeden Plan verĂ€ndern.
- 3.3 Ressourcen zuweisen â In sechs Schritten schrumpft die VerfĂŒgbarkeit vom Kalenderjahr ĂŒber Feiertage und Urlaub bis zum Doppelrollen-Alltag â alle sechs werden durchgerechnet, und fĂŒr zwei wird offen gesagt, dass es keine belastbare Zahl gibt.
- 3.4 Risikomanagement-Plan â Ein Risiko ohne beobachtbares FrĂŒhwarnsignal ist nur eine Sorge: fĂŒnf echte Risiken mit Signal und GegenmaĂnahme, und der Ausfall der SchlĂŒsselperson gesondert auseinandergenommen.
Kapitel 4 â Team und Beteiligte
Im Mittelstandsprojekt fĂŒhren Sie fast ausschlieĂlich Menschen, die Ihnen nicht unterstellt sind â das ist kein Konstruktionsfehler, sondern die Folge daraus, dass Projektarbeit befristet ist und Linien dauerhaft sind. Das Kapitel behandelt deshalb AutoritĂ€t ohne Weisungsrecht, die Beteiligten, die anhalten können, und den Plan, der dafĂŒr sorgt, dass ĂŒberhaupt gelesen wird. Vier Seiten.
- 4.0 Teammanagement â Warum Sie in der Regel kein einziges Weisungsrecht haben und was daraus praktisch folgt â mit dem vorzeigbaren Ergebnis zu jedem der drei Bausteine dieses Kapitels.
- 4.1 Projektteam aufbauen â Auf die Zeit einer zugeteilten Fachkraft erheben drei Parteien Anspruch, aber nur eine schreibt am Jahresende die Beurteilung â dazu die vier Quellen, aus denen Ihre AutoritĂ€t stattdessen entsteht.
- 4.2 Beteiligte steuern â NĂŒtzlich ist nicht die Liste der Interessierten, sondern die kĂŒrzere Liste derer, die das Projekt anhalten können â sechs Parteien, davon eine mit gesetzlichem statt höflichem Status.
- 4.3 Kommunikationsplan â Wer, was und wann steht in fast jedem Plan; die vierte Frage â wozu â fehlt fast immer und entscheidet allein darĂŒber, ob ĂŒberhaupt jemand liest.
Kapitel 5 â Werkzeuge und Methoden
Werkzeugdiskussionen beginnen fast immer beim Werkzeug und enden ohne Ergebnis. Dieses Kapitel dreht die Reihenfolge um: erst die Frage, die Sie in einem laufenden Projekt tatsĂ€chlich haben, dann das Werkzeug, das genau diese Frage gut beantwortet. Sechs Seiten â das umfangreichste Kapitel des Leitfadens.
- 5.0 Werkzeuge und Methoden â FĂŒnf Fragen aus dem laufenden Projekt, jeder genau ein Werkzeug zugeordnet â samt der unbequemen Feststellung, dass die vierte Frage ĂŒber die VerfĂŒgbarkeit der ĂŒbrigen entscheidet.
- 5.1 Gantt-Diagramm einsetzen â Reihenfolge, Termine und AbhĂ€ngigkeiten zeigt es besser als jede Tabelle â drei Dinge verbirgt es ebenso zuverlĂ€ssig, und ohne zwei bestimmte Linien ist es gar nicht brauchbar.
- 5.2 Kanban-Board â Das Board zeigt nicht, wann etwas fertig sein soll, sondern worauf gerade gewartet wird und wie lange schon â also die Freigabeschleifen, in denen der Terminplan tatsĂ€chlich verloren geht.
- 5.3 Aufgabenvorrat â Eine geordnete Liste mit genau einer Person, der die Reihenfolge gehört â und die Grenze, ab der eine Umsortierung im Werkvertrag nur noch mit einem Nachtrag geht.
- 5.4 Agil oder Wasserfall â Nicht die Vorliebe entscheidet, sondern ob Sie einen Werkerfolg oder eine TĂ€tigkeit schulden â dazu, wie viel agile Arbeitsweise auch im Werkvertrag möglich ist und meistens ungenutzt bleibt.
- 5.5 Aufgabenverwaltungs-Werkzeuge â Vier sehr banale Bedingungen entscheiden, ob ein Werkzeug wirklich benutzt wird â und danach die Frage, die in Werkzeugvergleichen fast nie vorkommt: ob es mitbestimmungspflichtig ist.
Kapitel 6 â Fortschritt verfolgen
Verfolgen heiĂt nicht, Nachrichten zu sammeln. Es heiĂt, die Zeit zu verkĂŒrzen zwischen dem Moment, in dem ein Problem entsteht, und dem Moment, in dem es bei jemandem auf dem Tisch liegt, der etwas daran Ă€ndern kann. Drei Bausteine â gezĂ€hlter Fortschritt, benannte Hindernisse, ein Bericht mit einer ersten Zeile. Vier Seiten.
- 6.0 Fortschritt verfolgen â Was jeder der drei Bausteine liefert â und was zuverlĂ€ssig eintritt, wenn einer von ihnen dĂŒnn bleibt.
- 6.1 LiefergegenstĂ€nde ĂŒberwachen â Warum der gemeldete Fertigstellungsgrad schnell steigt und dann stehen bleibt, ohne dass jemand lĂŒgt â und warum «abgenommen» in Deutschland die einzige GröĂe ist, die der Vertrag kennt.
- 6.2 Probleme und Ănderungen â Ein Eintrag ohne Wer, Was und Bis-wann wird nicht bearbeitet, sondern Woche fĂŒr Woche abgeschrieben â dazu der Punkt, an dem aus einem Problem ein Nachtrag und damit eine Vertragsfrage wird.
- 6.3 Projektberichte â Die erste Zeile nennt die Entscheidung, die diese Woche gebraucht wird; darunter eine Farbe, die an einer Zahl hĂ€ngt, ein Fortschritt als Anzahl und eine Wartezeile mit Namen und Tagen.
Kapitel 7 â Projektabschluss
Ein Projekt endet nicht, wenn die Anlage lĂ€uft, sondern wenn die GewĂ€hrleistungsfrist abgelaufen ist. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten liegen Jahre, in denen der Vertrag noch offen ist, wĂ€hrend das Team lĂ€ngst verteilt wurde â dieses Kapitel handelt von genau dieser Strecke. Vier Seiten.
- 7.0 Projektabschluss â Was jeder der drei Bausteine â Ăbergabe, RĂŒckblick, Wissenstransfer â liefert, und was zuverlĂ€ssig eintritt, wenn einer davon ausfĂ€llt.
- 7.1 Ăbergabe der LiefergegenstĂ€nde â FĂŒnf Stationen zwischen «lĂ€uft» und «Frist abgelaufen», die Fristen so genau, wie sie im Gesetz stehen â und die drei Angaben, die bei der Abnahme auf dem Papier stehen mĂŒssen.
- 7.2 RĂŒckblick und Bewertung â Erkenntnisse gehen nicht verloren, weil jemand sie vergisst, sondern weil die Leute weg sind, wenn endlich jemand fragt â wie eine Sitzung in Woche 1 aussieht und woran eine brauchbare Erkenntnis erkennbar ist.
- 7.3 Wissenstransfer â Der Abstand zwischen dem, was ĂŒbergeben wird, und dem, was in den ersten neunzig Tagen wirklich gefragt wird â und warum kein arbeitsrechtliches Mittel eine SchlĂŒsselperson ĂŒber eine mehrjĂ€hrige Frist verfĂŒgbar hĂ€lt.
Stufe 3 â Anwenden und ausbauen (Kapitel 8 bis 10)
Die letzte Stufe prĂŒft das Gelernte an zwei durchgespielten Vorhaben, beantwortet die Fragen, die im Betrieb wirklich gestellt werden, und blickt ĂŒber das laufende Projekt hinaus auf Quellen, Zertifikate und Wege. Zehn Seiten.
Kapitel 8 â Fallstudien
Zwei Vorhaben in derselben Lage â ein familiengefĂŒhrter Maschinenbauer ersetzt seine Personalzeitwirtschaft, mit einer Schnittstelle zur Lohnabrechnung. Vergleichbarer Umfang, vergleichbare Budgetklasse, vergleichbar gute Leute, dieselben drei Probleme, sehr verschiedene Enden. Beide FĂ€lle sind aus mehreren Vorhaben zusammengesetzt und stehen fĂŒr kein einzelnes Haus; die genannten Zahlen sind ausdrĂŒcklich beispielhaft. Drei Seiten.
- 8.0 Fallstudien â Die beiden VerlĂ€ufe nebeneinandergelegt â und der Nachweis, dass die ganze Differenz nicht in den groĂen Entscheidungen liegt.
- 8.1 Ein Projekt, das gelang â Vier billige Mechanismen, achtundzwanzig Wochen lang durchgehalten, jeder mit dem, was er kostete â und dann der schwierigere Teil: was dieses Projekt bewusst nicht tat.
- 8.2 Ein Projekt, das entgleiste â Kein einziger grober Fehler, sondern sechs kleine Momente, von denen jeder den nĂ€chsten billiger machte zu verschweigen als auszusprechen.
Kapitel 9 â HĂ€ufige Fragen
Die meisten Fragen, die eine Projektleitung erreichen, sind nicht die eigentliche Frage. Dieses Kapitel ĂŒbersetzt: erst die Fragen aus dem laufenden Betrieb, dann die von Einsteigern â und zuletzt der Umbau guter VorsĂ€tze in feste Termine. Drei Seiten.
- 9.0 HĂ€ufige Fragen â FĂŒnf Fragen, die in deutschen Mittelstandsprojekten jede Woche fallen, jeweils mit der Frage darunter und der Form der Antwort, die tatsĂ€chlich weiterhilft.
- 9.1 Fragen von Einsteigern â Acht Fragen, die beim ersten Projekt fast jeder leise stellt, jede im ersten Satz beantwortet â dazu ein Plan fĂŒr den ersten Monat und drei Dinge, die man in diesem Monat besser lĂ€sst.
- 9.2 Praktische Tipps â FĂŒnf feste Termine in der Woche, je einer pro Wochentag, und zu jedem der Grund, warum er an einer Eigenschaft der Woche hĂ€ngt und nicht an einer Vorliebe.
Kapitel 10 â Fazit und Ausblick
Das letzte Kapitel rĂ€umt auf: was von neun Kapiteln ĂŒbrig bleibt, woher man weiterlernt, was Zertifikate öffnen und wohin die Rolle fĂŒhren kann. Es sagt auĂerdem offen, was dieser Leitfaden bewusst nicht tut. Vier Seiten.
- 10.0 Fazit und nĂ€chste Schritte â Neun Kapitel in neun SĂ€tzen, drei Handgriffe fĂŒr die nĂ€chste Woche, die Sie ohne jede Erlaubnis ausfĂŒhren können â und die eine Sache, die bleibt, wenn nur eine bleiben darf.
- 10.1 Weiterlernen â FĂŒnf Quellen nebeneinander, zu jeder beides: was sie gibt und was sie ausdrĂŒcklich nicht gibt â die am meisten unterschĂ€tzte liegt bereits auf Ihrem Schreibtisch.
- 10.2 Zertifikate â IPMA ĂŒber die GPM, PMP und PRINCE2 nebeneinander, mit den veröffentlichten Voraussetzungen statt Werbeversprechen â und dem, was sich ĂŒber den deutschen Markt zahlenmĂ€Ăig nicht sagen lĂ€sst.
- 10.3 Beruflich weiterkommen â Sechs Richtungen von der Kreuzung Projektleitung aus, jede mit dem, was dort bewertet wird, einem ersten Schritt noch in diesem Jahr und dem Zeichen, dass es nicht passt.
Das Glossar
Was Leserinnen und Leser in diesen Seiten am hĂ€ufigsten aufhĂ€lt, ist nicht der Gedanke, sondern das Wort. Abnahme, Nachtrag, Basisplan, GewĂ€hrleistung, Mitbestimmung â all das sind Begriffe, die im Alltag ungefĂ€hr und im Vertrag genau gemeint sind, und der Unterschied kostet Geld. Deshalb sind sie in einer einzigen Seite gesammelt und dort in der Bedeutung erklĂ€rt, die sie in der Praxis haben, nicht in der eines Wörterbuchs; wo der englische Begriff das ist, wonach tatsĂ€chlich gesucht wird, steht er bei der ersten Nennung in Klammern, und wo ein Begriff rechtlich aufgeladen ist, steht die Norm daneben. Jeder Fachbegriff auf jeder Seite dieses Leitfadens verlinkt direkt auf seinen Eintrag dort â Sie mĂŒssen also nie suchen.
Glossar â 61 Begriffe
Abnahme, fiktive Abnahme, MĂ€ngelliste, Nachtrag, Vertragsstrafe, GewĂ€hrleistung, Werkvertrag und Dienstvertrag, Lastenheft und Pflichtenheft, Basisplan, kritischer Pfad, Betriebsrat und Betriebsvereinbarung â und die ĂŒbrigen. Ăffnen Sie die Seite in einem zweiten Tab und lassen Sie sie offen, solange Sie lesen.
Was in diesem Leitfaden bewusst nicht steht
Wer ĂŒber Projektmanagement schreibt, greift fast reflexhaft zur Erfolgsquote: so viel Prozent der Projekte scheitern, so viel ĂŒberziehen. In diesem Leitfaden finden Sie eine solche Zahl nicht, und das ist keine NachlĂ€ssigkeit, sondern eine Entscheidung. FĂŒr Deutschland gibt es schlicht keine belastbare Erfolgs- oder Scheiterquote von Projekten â es existiert keine Erhebung, die eine solche Quote methodisch sauber ermittelt hĂ€tte.
Die am hĂ€ufigsten zitierte Quelle, der CHAOS-Bericht der Standish Group, ist dafĂŒr nicht zitierfĂ€hig: Ihre Methodik ist in der Fachliteratur auseinandergenommen worden, und einen deutschen Teil gibt es ohnehin nicht. Die deutsche Erhebung, die gelegentlich als Ersatz herhalten muss â die GPM-Studie zu Erfolg und Scheitern von 2008 â hat nie eine Fehlerquote berichtet; sie wird ihr nur nachtrĂ€glich zugeschrieben. Und die Zahlen, die in VortrĂ€gen und WerbebroschĂŒren kursieren, stammen ĂŒberwiegend von Anbietern, die Beratung, Personal oder Zertifizierungen verkaufen und damit kommerziell interessiert sind. Eine Zahl, die man nicht prĂŒfen kann, hilft Ihnen in keiner Sitzung â sie wird beim ersten Nachfragen wertlos, und Sie stehen mit ihr allein da.
Genau zwei Zahlen kommen deshalb im ganzen Leitfaden vor, und beide tragen ihre Vorbehalte im selben Satz. Die erste stammt aus der Studie Projektifizierung 2.0 der GPM (veröffentlicht 2023, Bezugsjahr 2022, n = 730): Danach wurden 34,5 % aller Arbeit in Deutschland in Projekten geleistet â eine Zahl, die ausschlieĂlich dazu dient, die GröĂe des PhĂ€nomens einzuordnen, und die nichts ĂŒber Erfolg oder Misserfolg sagt. Die zweite stammt aus der Untersuchung von Genia Kostka und Niklas Anzinger an der Hertie School (Mai 2015): Bei 119 abgeschlossenen öffentlichen GroĂprojekten lag die durchschnittliche Kostensteigerung bei 73 % â und dazu gehören zwingend drei EinschrĂ€nkungen: Es geht ausschlieĂlich um öffentliche GroĂprojekte, die Datenbasis reicht bis 1960 zurĂŒck und die Untersuchung ist ĂŒber zehn Jahre alt, und â am wichtigsten â es handelt sich um eine KostenĂŒberschreitung, nicht um eine Scheiterquote. Ein Projekt, das mehr gekostet hat als geplant, ist nicht gescheitert; es ist teurer geworden.
Was an die Stelle der Statistik tritt, ist ĂŒberprĂŒfbares Recht. Wo dieser Leitfaden eine Behauptung aufstellt, nennt er die Norm dazu â den Paragrafen im BGB, die Regelung im Betriebsverfassungsgesetz, den Teil der DIN 69901, das Bundesland, dessen Feiertagsgesetz gemeint ist. Das können Sie nachschlagen, und genau das ist der Unterschied. Wo es keine belastbare Angabe gibt â etwa zur Dauer eines Mitbestimmungsverfahrens oder zur Verbreitung von Betriebsferien â, steht das ausdrĂŒcklich da, statt dass eine plausible Zahl die LĂŒcke fĂŒllt.
So sieht das in AB aus
Der Leitfaden setzt kein bestimmtes Werkzeug voraus; das meiste darin funktioniert mit einer Tabellenkalkulation und einem festen Termin in der Woche. Drei Dinge brauchen allerdings einen Ort, den auch andere sehen: dass zu jedem offenen Punkt ein Verantwortlicher und ein Datum geschrieben stehen, dass die Wartezeit auf eine Freigabe eine Spur hinterlĂ€sst, die spĂ€ter noch nachvollziehbar ist, und dass das, was wĂ€hrend des Projekts entsteht, an derselben Stelle liegt, an der ein Jahr spĂ€ter jemand nachliest. Wie ein Aufgabenverwaltungs-Werkzeug diese drei Punkte abdeckt â und welche vier Bedingungen darĂŒber entscheiden, ob es im Betrieb wirklich benutzt wird â, steht in 5.5 Aufgabenverwaltungs-Werkzeuge. Dort finden Sie auch die Frage, die in Werkzeugvergleichen fast nie vorkommt und in einem deutschen Betrieb ĂŒber den EinfĂŒhrungstermin entscheidet: ob das Werkzeug der Mitbestimmung unterliegt. FĂŒr das Lesen dieser Seiten brauchen Sie kein Konto â der Hinweis steht hier, weil jedes Kapitel mit einem solchen Absatz endet.
Begriffe auf dieser Seite
- Projekt
- Ein einmaliges, befristetes Vorhaben mit eigenem Ziel und eigener Organisation â abgegrenzt vom TagesgeschĂ€ft. AusfĂŒhrlich
- Werkvertrag
- Der Vertrag, der einen Erfolg schuldet und nicht bloĂ eine TĂ€tigkeit â die Weiche, an der Umfang, Abnahme und Haftung hĂ€ngen. AusfĂŒhrlich
- Abnahme
- Die ErklĂ€rung, das Werk im Wesentlichen als vertragsgemÀà anzuerkennen â mit vier Rechtsfolgen zugleich. AusfĂŒhrlich
- Lastenheft
- Die vom Auftraggeber festgelegte Gesamtheit der Forderungen an die Lieferungen und Leistungen des Auftragnehmers. AusfĂŒhrlich
- Basisplan
- Der eingefrorene Bezugspunkt, der eine spĂ€tere Ănderung ĂŒberhaupt erst als Ănderung sichtbar macht. AusfĂŒhrlich
- Kritischer Pfad
- Die Kette der VorgĂ€nge ohne Puffer â dort verschiebt ein Tag Verzug den Endtermin, sonst nirgends. AusfĂŒhrlich
- Liefergegenstand
- Das ĂŒbergebbare Ergebnis, an dem eine Abnahme möglich ist â die zĂ€hlbare Einheit des Fortschritts. AusfĂŒhrlich
- Betriebsrat
- Die betriebliche Interessenvertretung, deren Beteiligung bei bestimmten Vorhaben gesetzliche Pflicht ist und keine Höflichkeit. AusfĂŒhrlich